Unsere 4 Jahreszeiten – Entstehung und Bedeutung

Linguajet-Wissen

Manchmal ist offiziell bereits Frühlingsbeginn, aber draußen ist es grau und regnerisch. Besonders wichtig sind die Jahreszeiten für Meteorologen und andere Wissenschaftler, aber auch für Bauern und Gärtner. Bauern beschreiben mit ihren Bauernregeln ihre Erfahrungen mit den Jahreszeiten. „Der April macht, was er will“ oder „Mai-Regen bringt Segen“ – diese Sätze haben eine lange Geschichte. Auch heutzutage machen die Regeln noch Sinn.

Um die Erfahrungen der Bauern richtig zu verstehen, müssen wir uns näher mit den Jahreszeiten beschäftigen.

Die 4 Jahreszeiten

Ein Jahr wird normalerweise in vier Jahreszeiten eingeteilt: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Mit dieser Ordnung beschreiben wir klimatische Bedingungen, die einen großen Einfluss auf Mensch und Natur haben. Gewöhnlich ist der Sommer heiß und der Winter kalt.

Es gibt unterschiedliche Arten, die Jahreszeiten einzuteilen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den kalendarischen und den meteorologischen Jahreszeiten. Die meteorologischen Jahreszeiten beginnen zum Beispiel viel früher als die kalendarischen Jahreszeiten. Außerdem gibt es noch die phänologischen Jahreszeiten und andere Besonderheiten, die in anderen Regionen eine Rolle spielen. Beginnen wir zunächst mit der meteorologischen Einteilung.

Meteorologische und kalendarische Jahreszeiten

Der meteorologische Kalender ist künstlich. Die Weltorganisation für Meteorologie hat die Einteilung der Jahreszeiten vorgenommen. Für Meteorologen beginnen die Jahreszeiten immer am ersten Tag eines Monats. Sie unterteilen das Jahr in vier Jahreszeiten mit jeweils drei Monaten.

Der Frühling beginnt Anfang März, der Sommer Anfang Juni, der Herbst Anfang September und der Winter Anfang Dezember. Diese Ordnung soll die typischen Klimabedingungen widerspiegeln. Die drei heißesten Monate liegen im Sommer, die kältesten liegen im Winter. Außerdem können Meteorologen mit dieser wissenschaftlichen Einteilung besser arbeiten. Denn mit diesem System können sie komplizierte Rechnungen einfacher rechnen.

Auch der Schalttag ist eine Erfindung. Denn die Einteilung unseres Jahres in 365 Tage ist nicht exakt. Da sich die Tage Jahr für Jahr ein wenig verschieben, wird der Kalender durch Schaltjahre korrigiert. Der 29. Februar ist solch ein Schalttag.

Kalendarische Jahreszeiten sind die natürliche Einteilung des Jahres. Sie richten sich nach dem Stand der Sonne. Deshalb nennen wir sie auch „astromische Jahreszeiten“. Wann sie beginnen, sagt uns die „Tagundnachtgleiche“.

Sie findet an dem Tag statt, an dem es gleich viele Stunden hell wie dunkel ist. Dieser Tag ist jedes Jahr an einem anderen Datum. Das Ereignis findet zweimal im Jahr statt. Um den 20. März herum beginnt mit dem Frühling die warme Jahreszeit, um den 23. September herum beginnen mit dem Herbst die kalten Monate. In der winterlichen Jahreshälfte ist die Erde weiter von der Sonne entfernt. Sie steht auch flacher am Himmel als in den Sommermonaten. Dadurch ist ihre Strahlung nicht mehr so intensiv und es wird kühler.

Der längste Tag des Jahres

Wann genau Sommer und Winter anfangen, hängt von einem Naturereignis ab. Während für Meteorologen der Sommer schon sehr früh beginnt, folgt die Natur einer anderen Regel. Wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, haben wir den längsten Tag des Jahres.

Dieser Tag heißt Sommersonnenwende. An diesem Tag liegt der kalendarische Sommeranfang. In vielen Kulturen wird die Sonnenwende gefeiert. Sehr berühmt ist zum Beispiel das „Midsommar-Fest“ in den skandinavischen Ländern. Ab jetzt beginnt hier die Zeit der „weißen Nächte“. In dieser Jahreszeit wird es nachts kaum dunkel.

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Andere Länder – andere Sitten und Gebräuche

Nach Weihnachten ist Midsommar in Schweden traditionell das wichtigste Fest des Jahres. Es wird mit Verwandten, Freunden und Nachbarn gefeiert. Am Mittsommerabend wird ein geschmückter Baumstamm aufgerichtet, der „Mittsommerstange“. Danach tanzen alle im Kreis um ihn herum. Zum Fest ziehen sich alle feine Kleidung an, Mädchen und Frauen haben meist weiße oder traditionelle Kleider an, oft mit Blumen. Das traditionelle Essen ist an diesem Tag besonders wichtig. Serviert werden junge Kartoffeln, eingelegter Hering, Aquavit und Erdbeeren.

 

In anderen Kulturen wird die Sommersonnenwende als Johannisfest gefeiert. Dabei wird ein großes Feuer gemacht, das „Johannisfeuer“. Bei den Festlichkeiten tanzen die Menschen oft um das Feuer herum. Mancherorts ist es auch Tradition, dass Jungen und Mädchen über das Feuer springen. In Spanien feiert man „San Juan“, in Portugal oder auch in Brasilien heißt das Johannisfest „Sao Joao“. In Spanien treffen sich in dieser Nacht alle Einwohner von Küstenstädten am Strand. Es wird mit der Familie und Freunden gefeiert. Am Mittag wird gegrillt und um Mitternacht gehen die Menschen im Meer baden. An Sao Joao werden Sardinen gegrillt und um Mitternacht gibt es ein großes Feuerwerk.

 

Menschen auf der Nordhalbkugel, zum Beispiel Europäer, können sich im Juni über den Sommer freuen. In Australien ist zu dieser Zeit Winter. Denn die kalendarischen Jahreszeiten hängen von der Sonne ab und sind deshalb nicht überall auf der Welt gleich. Wer auf der Nordhalbkugel lebt, erlebt den Frühling ab März, wer auf der Südhalbkugel lebt, spürt ab September Frühlingsgefühle.

Die Jahreszeiten sind unterhalb des Äquators umgekehrt. Nicht überall auf der Welt sind die vier Jahreszeiten ausgeprägt. In heißen Regionen gibt es eigentlich nur zwei Jahreszeiten. Meist gibt es hier nur Regen- und Trockenzeit.

In Asien, Indien und Teilen von Afrika gibt es außerdem den Monsun. Übersetzt bedeutet das Wort „Jahreszeit“. Der Monsun ist eine großräumige Zirkulation von Luft, die zweimal im Jahr drastisch ihre Richtung ändert. Der Sommermonsun bringt viel Regen, der Wintermonsun ist sehr trocken. Im Sommer kommt der Monsun vom Meer und bringt viel Feuchtigkeit mit. Zur Sommersonnenwende im Juni steht die Sonne senkrecht zur nördlichen Halbkugel und heizt die Luft stark auf. Sobald der Monsunwind auf das aufgeheizte Land trifft, bilden sich Regenwolken. So entstehen die heftigen Monsunregen. Sie können ganze Landschaften verwüsten. Oft verlieren Menschen in diesen Regionen auch ihre Häuser durch dieses Naturereignis.

Die Einteilung in vier Jahreszeiten ist kein Naturgesetz

In alten Kulturen wurde das Jahr auch anders eingeteilt. Es gab manchmal mehr als vier Jahreszeiten. Schaut man in die Pflanzenwelt, lässt sich das Jahr auch nach einem anderen Kalender einteilen. Der phänologische Kalender richtet sich nach der Natur. Wegen verschiedener Wettereinflüsse verlaufen Jahre sehr unterschiedlich. In einem Jahr gibt es einen heißen März und Schnee im April, in einem anderen Jahr verläuft alles sehr gemäßigt. Dadurch entwickelt sich die Pflanzenwelt sehr unterschiedlich.

Aus diesem Grund orientiert sich der phänologische Kalender an wichtigen Wendepunkten natürlicher Prozesse. Dies ist zum Beispiel der Beginn der Blüte oder Reife bestimmter Pflanzen. So ist eine Einteilung in zehn Jahreszeiten entstanden. Es gibt den Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, den Frühsommer, Hoch- und Spätsommer, den Früh- und Spätherbst, den Vollherbst und den Winter.

Er eschreibt die gesamte Periode zwischen dem Ende der Vegetationszeit und der Haselblüte. Diese natürliche Einteilung des Kalenders ist besonders für Biologen, Meteorologen, Bauern oder Hobbygärtner wichtig. Generell lohnt es sich für jeden Naturfreund, hin und wieder auf den phänologischen Kalender zu schauen. Aussaat und Ernte gestalten sich einfacher, wenn man die biologischen Hintergründe kennt.

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P.S Diesen Beitrag finden Sie auch als Episode in unserer Sprachen-Lernserie „Geschichten aus aller Welt“