Reise durch England – Episode 8

Linguajet-Unterhaltung

Ein abenteuerlicher Plan

„There’s another way, you know“. Sally gräbt ein iPad aus ihrer Tasche und tippt wild darauf ein. Jetzt ist sie wirklich bei der Sache. Sie schiebt mir das Gerät hin, eine Karte und ein eingezeichneter Weg ist zu sehen. „It’s possible. Look! And doesn’t cost anything.“ Es dauert ein bisschen, bis ich mich zurechtgefunden habe. Offenbar kann man „von hinten“ auch an den Steinkreis herankommen, wenn man auf einem entfernteren Parkplatz parkt und eine Stunde über Feldwege geht. Klingt eigentlich gar nicht so schlecht. „Are there no wakes?“ frage ich, und ernte diesen Blick, den ich jetzt schon kenne: Wieder mal eine falsche Vokabel. Google sagt, Wache heißt guard. Hätte man drauf kommen können.

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Ja, es gebe Wachen, aber nur direkt am Kreis. Bis dahin käme man „perfectly legal“. Sally scheint sich damit schon ausgiebig beschäftigt zu haben. „We just need a car“. Ja, welcher Bus hält schon frühmorgens an einem einsamen Parkplatz? „There’s a car rental over there.“ Sie winkt in Richtung Straße. „Did you rent a car?“ Ein Blick in ihr Gesicht sagt mir, dass wir uns dem Kernproblem nähern. „I tried. My driving license expired. I forgot about that.“ „Expired“ heißt abgelaufen, verrät mir mein Handy, und ich erinnere mich dunkel, dass ich davon gehört habe, dass diese in den USA nur befristet ausgegeben werden. Und dann fragt sie: „Do you have a driving license?“

Auto-mobil im Linksverkehr

15 Minuten später, kurz vor Ende der Geschäftszeit, stehen wir in der Autovermietung. Sally besorgt das Reden, ich zeige meinen Führerschein. Der junge Mann am Tresen guckt allerdings recht seltsam, als ich ihm das rosafarbene Exemplar mit dem Foto reiche, auf dem ich 19 bin – also lange her. „They don’t expire in Germany“, versuche ich zu erklären. Der junge Mann ruft einen älteren Kollegen. Der hat zum Glück schon mal einen alten deutschen Führerschein gesehen. Ich unterzeichne den Vertrag.

 

Und dann tue ich das, was ich immer ausgeschlossen hatte. Ich setze mich in ein englisches Auto. Auf die rechte Seite. Sally erwartungsvoll neben mir. Ganz langsam rolle ich vom Parkplatz. Denke beim Abbiegen auf die Straße tatsächlich an den Linksverkehr. Es ist ein Automatikmodell, zum Glück, denn ich fasse reflexartig immer wieder an den Türgriff. Als ich blinken will, geht stattdessen der Scheibenwischer an. Aber wir erreichen unfallfrei den Parkplatz des Hostels. Unserem Stonehenge-Abenteuer steht nichts mehr im Weg.

Sonnenaufgang soll um 6.03 Uhr sein. Wir beschließen, um 4 Uhr loszufahren, damit wir auch rechtzeitig da sind. Ich stelle mir den Wecker und frage mich, worauf ich mich da eingelassen habe. Zur Ablenkung nehme ich mir das Handy wieder vor, zum Englisch lernen. Ich rate mich erfolgreich durch eine ganze App-Lektion, habe aber nicht das Gefühl, so viel weitergekommen zu sein.

 

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(Achtung: die Linguajet Mobile-App ist nicht über die App-Stores von Google und Apple erhältlich!)

Auf dem Weg nach Stonehenge

Morgens um vier ist noch nichts los auf den Straßen von Salisbury. Welche Fehler auch immer ich in den Roundabouts mache, es stört niemanden. Einmal biege ich in eine Straße so ein, dass ich auf der rechten Seite fahre, merke es aber gleich selbst, weil ich dem Fußweg plötzlich so nah bin. Sally und das Navi lotsen mich durch das Dunkel. Um halb fünf sind wir auf dem Parkplatz von Woodhenge. Mit der Taschenlampen-App beleuchte ich einige der pollerartigen Betonpflöcke, die dort die Konstellation der ursprünglichen Holzmonumente nachbilden.

Die Luft ist frisch und angenehm, und ich freue mich auf die Wanderung in den Tag hinein. Wir folgen den Anweisungen, was aber im Dunkeln gar nicht so einfach ist. Immer wieder biegen wir falsch ab. Dank Satellitenhilfe nähern wir uns trotzdem langsam dem Ziel. Langsam wird es hell. Wir reden nicht viel. Und dann sehen wir es: das berühmteste Steinkreis-Monument der Welt.

Der Zaun hindert uns daran, näher ranzugehen. Wir setzen uns auf unseren Jacken ins nasse Gras. Es sind noch fünf Minuten bis Sonnenaufgang. Sally sagt etwas, das ich nicht verstehe. Ich bitte sie, zu wiederholen. „Wouldn’t it be great to be in there now“ sagt sie. Yes, of course. „It’s not impossible to climb over the fence“, sagt sie. Sie steht auf. Der Zaun ist höher als sie. Sie rüttelt ein bisschen daran. Der Zaun ist stabil. „I’m going in,“, sagt sie, als handele es sich darum, eine Tür aufzumachen. Ohne mich. „It will be magical“, sagt sie. Ich glaube eher, dass es Ärger geben wird. Sie klettert über den Zaun. Sie läuft auf den Steinkreis zu. Sie setzt sich in die Mitte, mit Blick auf die Stelle, wo die Sonne gleich aufgehen wird. Aber aus der Sonnenmeditation wird nichts. Zwei Wachen kommen und nehmen sie mit. Ich bin zu weit weg, um zu hören, was gesprochen wird.

Dann ist es wieder ruhig. Die Sonne steigt auf und verwandelt den Tau in Glitzer. Der berühmteste Steinkreis der Welt ist etwas weit weg. Aber es ist tatsächlich etwas magisch.

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Fortsetzung folgt…

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